Und dann wird das Urheberrecht halt reformiert worden sein

Jahrelang freut man sich darauf, dass die Kombination von Kunst und Internet endlich als hochpolitisches Thema erkannt wird, und dann ist es so weit – und man hält es kaum im Kopf aus, auf welchem Niveau diskutiert wird.

Künstler und Kommentatoren, die 15 Jahre Urheberrechtsrevolution verpennt haben und jetzt auf Experten tun. Ein politischer Apparat, dem als Reaktion auf eine offenbar in eine politische Lücke einfahrende Partei nur das Wort Protestwähler einfällt (warum hatten die Yogiflieger, die Autofahrerpartei, der Lugner, die Kommunisten nie diesen plötzlichen Zulauf?); ein politischer Apparat eben, der die Brisanz abtut und, selber am Boden liegend, die Chuzpe hat, auf Snob zu machen (die Piraten sind eine Chaostruppe, okay. GANZ im Gegensatz natürlich zu den anderen Parteien!). Internet-Meinungsbildner, die in der ewigpubertären Anti-Bonzen-Propaganda von vor 10 Jahren verharren. Lobbyisten, Apparatschniks, Weiterbildungsunwillige, Beleidigte, Selbstgerechte auf allen Seiten.

Und dann beißen sich auch alle gemeinsam im Urheberrecht fest. Ausgerechnet im unwichtigsten Teil der Debatte. Was da für Ressourcen verschwendet werden, für Energien gebündelt, die in einem großen Dialog über Künstlerentlohnung weit, weit, weit besser aufgehoben wären.

Na bitte, dann halt ein kurzes Fast Forward in die Zukunft, die – hurra, hurra – ein neues, reformiertes, glitzerndes Urheberrecht hat. Kunst hat (neues) Recht bekommen. Und dann?

Dann wird es, zu Recht, ein bisserl mehr pauschales Geld für Künstler geben, Festplatten werden eine Spur teurer, die Provider dürfen ein bisserl überwachen (aber! nur! die! Uploader!). Die Verwertungsgesellschaften haben ein neues Einnahmengebiet (zusätzlich zu Radio, Fernsehen,Fernsehgebühren, Tonträgerverkäufen, Konzerten, Lesungen, Friseurläden, Gasthäusern, Kopierern, Satellitenschüsseln, Faxgeräten (haha, genau die) and whatnot).

Und dann ist alles gut?

Schmecks.

Es wird im Großen und Ganzen genauso schwierig sein, als Künstler zu überleben, wie jetzt. Es wird weiter keine Vielfalt an legalen Angeboten zum Kulturkauf geben, insbesondere nicht für österreichische Musik oder Filme.Es wird immer noch pro Land unzählige Verwertungsgesellschaften geben, statt ein paar europaweit arbeitende, und damit immer noch nicht die Möglichkeit, paneuropäische innovative Kulturangebote zu errichten. Es wird weiter keine einheitliche Rechteabklärung in Europa geben und damit kein europäisches Hulu, kein europäisches Netflix, kein europäisches iTunes, nur kleinstaatliche Lösungen.

Folgerichtig werden die mit Kultur ermöglichten (Werbe-)Einnahmenanteile weiter in die Taschen von Google, Facebook und Co fließen, empörend, dass die jetzt für ihre Innovationen belohnt werden, nicht? Das neue Urheberrecht wird ermöglichen, sich gegen diese großen Player zu stellen – Alternativen (und damit Geld aus dem Internet) gibt es deshalb noch lange nicht. Künstler werden durch das neue Urheberrecht keinen Cent mehr aus dem Internet bekommen, als jetzt auch schon möglich wäre (etwa durch zielführende Verhandlungen vom GEMA/AKM mit Google (YouTube)).

Die Menschen werden  (rechtlich ein bisschen besser abgesichert) weiter kopieren, denn der einst unumstößliche Akt des Kulturkaufens ist unwiederbringlich dahin. Man wird sich trotz neuem Urheberrecht daran gewöhnen müssen, dass Kulturschaffen ab sofort, nein seit Jahren mischfinanziert werden muss, das wird sich durch ein Recht nicht ändern. Die Künstler, die jetzt schon gut mit dem Internet leben, werden dies weiter tun; jene, die sich schon derzeit ins Gesicht gepinkelt fühlen, werden auch das weiter tun.

Dass die legalen Download-Angebote wachsen, wird man als Erfolg des neuen Rechts argumentieren – und nicht mit der ohnehin längst zu spürenden Verschiebung zum Online-Kauf (wo dies halt möglich ist).

Recht rasch wird man draufkommen, dass die pösen kommerziellen Uploader gar nicht in Österreich sitzen, so hinterlistig sind die, dass denen das österreichische Urheberrecht wurscht ist. Vielleicht könnte man ja doch bei den Downloads…? Ein paar werden sich dann vom Download abschrecken lassen, werden einen Bruchteil dessen, was sie jetzt downloaden, kaufen, und insgesamt mit weniger Kultur auskommen. Ziel erreicht, liebe Künstler!

Der kreative Online-Umgang mit Kultur wird rechtlich ein bisschen besser abgesichert sein – was auch wurscht ist, denn der läuft soundso. Künstler können erwartungsgemäß ihre Werke dem neuen Urheberrechtsgesetz nach für bestimmte Formen der Nutzung im Internet freigeben oder sperren (a la creative commons), und immer mehr werden sie völlig freigeben, weil ihre Kunst sonst nur bei alten Menschen stattfindet. Stimmt aber auch nicht, denn selbst wer die Kunst für das Internet sperrt, findet trotzdem statt – denn auch diese Regelung wird ignoriert werden. Viel Spaß mit der Durchsetzung des neuen Rechts – Klagen gegen Teenager werden nicht bessere Publicity, wenn sie sich auf ein neues Recht beziehen.

Einzelne Künstler werden voller Erstaunen feststellen, dass trotz allem ihre Werke nicht (mehr) gekauft werden, und dann ganz ohne  Schuldigen dastehen – immerhin wurde ja das Urheberrecht reformiert! Die Urheberrechtsreform wird aber ohnehin bei der Festschreibung der technischen Entwicklung schon wieder hinterherhinken, der große Urheberrechtsdialog von vorne anfangen.

Und dann?

“Unwissentlich” oder nicht – das ist nicht die Frage

Jö, ist das schön – ich kann sagen “Ich hab’s gewusst”. Das mach ich doch gerne. Noch dazu zwei Monate vor Profil. Ha!

Jetzt erschien am Wochenende dieser Profil-Artikel, ein sehr schöner Text, völlig richtig, ganz viele Wörter zum selben Inhalt. Bemerkenswert der Spin, der dem Artikel gegeben wurde – in diesem OTS wurde der Hinweis ergänzt, dass die Künstler “unwissentlich” für umsonst gearbeitet hätten (was im Text, soviel ich sehe, nicht steht).

Die Online-Reaktion war erwartungsgemäß schadenfroh, nicht ganz zu unrecht.

Nur: eigentlich gehts wieder am Problem vorbei. Es ist zwar gefundenes Polemik-Fressen für die Gegenspieler von “Kunst hat Recht” – Gratiskunst online gratis posten passt ja wirklich nicht zur Initiative, harharhar.

Doch das Problem ist nicht, dass die Künstler gratis gearbeitet haben, auch nicht, dass Kunst hat Recht nichts für den Abruf der polemisch-peinlichen Videos verlangt (was zugleich ein Eigentor ist, weil es deutlich zeigt, wo die Stärken der verbissen bekämpften Gratiskultur liegen).

Das Problem ist, dass die beteiligten Künstler in den Anliegen der Initiative einen Good Cause sehen, sprich: dass sie sich am Ende einer Diskussion sehen und nicht am Anfang.

Natürlich würden Künstler nichts verlangen, wenn sie auf einer Veranstaltung gegen irgendwelche Krankheiten oder bei politischen Lichtermeeren auftreten. Das würde niemanden wundern. Auch dass eine Agentur bezahlt wird, die derartige Benefiz-Sachen verwaltet, finde ich das Gegenteil von überraschend – deswegen heißt es immer so schön “der Reingewinn fließt an..”, sprich die Einnahmen minus der Kosten für Verwaltung. Benefiz ist oft ein gutes Geschäft.

Die schiefe Optik hier liegt woanders: Durch die Gratisarbeit für Kunst hat Recht setzen Künstler das Anliegen der Lobbyinginitiative mit einem derartigen Good Cause gleich. Das hat ein bisserl was Peinliches: Benefiz im Eigeninteresse ist keine moralische Auszeichnung, schon gar nicht, wenn ein Geldgeber (=Verwertungsgesellschaften) dazu aufruft.

Doch das eigentliche Alarmsignal ist: Benefiz-Status wird gemeinhin nur jenen Good Causes verliehen, bei denen es Konsens ist, dass sie in den allerweitesten gesellschaftlichen Kreisen als “richtig” anerkannt werden. Die für Kunst hat Recht arbeitenden Künstler sehen die Sicht der Initiative auf das Internet offenbar als Konsens an. Etwas Schlechteres könnte der dringend notwendigen Debatte über die Künstlerentlohnung nicht passieren als Künstler, die sich mit einer derart problembehafteten Sicht in Diskussionsstellung verschanzen.

Die Piraten: Treffer und (nicht) versenkt

Ich geb’s gerne zu – ich bin fasziniert, auf latent gruselige Weise, so ein bisserl wie beim “Alien”-Schauen: Wunderschön zu beobachten ist derzeit die stille Effizienz, mit der das politische Establishment (ja, ich meine auch euch Grüne) zum Gegenschlag gegen einen Eindringling ausholt.

Der Ausgang scheint mir klar zu sein: Die Piraten werden von den Alliierten des Proporzgleichgewichtes versenkt werden. Politiker und die mindestens ebenso vorgestrigen Meinungsforscher wissen genau, wie man die Neuankömmlinge, die (noch) außerhalb der einzementierten Verwertungszusammenhänge von Politik stehen, kaputtschießt.

Vor allem, wenn diese Neuankömmlinge auch noch ziemlich alles tun, um sich selber zu versenken.

Fire at will:

  • Die Piraten sind doch nur eine Sammelpartei für politikverdrossene junge Männer. Treffer.
  • Die Piraten kennen sich doch nur mit einem Thema aus, im Gegensatz zu den anderen Parteien, die – wie die Politik der vergangenen 50 Jahre ja eindringlich gezeigt hat – Experten für eh alles sind. Treffer.
  • Die Piraten haben keine Struktur und sind basisdemokratische Träumer. Treffer.
  • Die Piraten haben – im! Gegensatz! zu! den! anderen! Parteien! – ein Problem mit dem rechten Rand. Treffer plus Eigentor.

Man kann gar nicht anfangen zu beschreiben, was für ein trübes Signal es für die Parteien und auch manche Kommentatoren ist, dass nicht einmal jetzt erkannt wird, dass das Internet vielleicht doch auch ein Thema ist, bei dem man versuchen könnte, eigene Kompetenzen zu entwickeln. Da schießt man lieber gemeinsam auf jene, die das aufzeigen – und gleich auch noch beweisen, dass man damit Wähler ansprechen kann.

Nur: auch wenn die Piraten nicht (mehr) da sind, das Thema Internet bleibt. Und ebenso der gewaltige, fast unermessliche, jedenfalls groteske Aufholbedarf, den die österreichische Politik in diesem Bereich hat.

Was ich diese Woche nicht verstanden habe

Inwiefern um alles in der Welt es ein Erfolg für eine Verwertungsgesellschaft ist, wenn Künstler kein Geld mit Google verdienen dürfen. Das ist Realsatire pur. Dauernd jammern, dass das pöse Google (und! das! Internet!) die Künstler um ihre Einnahmen bringt, aber dann bei Gericht (!) durchfechten, dass Google nichts zahlen darf (!) – facepalm, bis es blutet.

Warum so viele gescheite Online-Leute hysterisch wie die Betschwestern “Sünde! Sünde!” rufen, wenn sie 3 Prozent Kulturabgabe auf Festplatten zahlen sollen. Bringt keinen um, und bringt Geld für jene, die wir Onliner dauernd gegen die pösen Verlage/Labels “in Schutz nehmen”. Natürlich muss es eine Opt-Out-Möglichkeit für Festplatten geben, die nicht zur Speicherung urheberrechtlich geschützter Inhalte dienen; dann sollte es für die Besitzer dieser Platten aber empfindliche Strafen geben, wenn dann doch wieder Fernsehserien und Musik drauf liegen.

Warum Facebook nicht die New York Times statt Instagram gekauft hat. Kostet ungefähr das selbe, und die alte Tante Times ist Quelle für unvergleichbar mehr Traffic (abschreibende andere Medien, abschreibende Blogger…).

Warum das Tupac Shakur-”Hologramm” hierzulande nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen hat. Das wird noch wirklich spannend für die Kultur.

 

Einige sind anonymer als der Rest

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Ansatzpunkte für eine brauchbare Kunstentlohnungsdiskussion

Na, da hat “Kunst hat Recht” doch noch Erfolg gehabt: jetzt schwappen wirklich wieder Diskussionen über das Urheberrecht durch das Netz.

Bitte nicht.

Wenn es eine Diskussion gibt, die völlig fehl am Platz ist, dann ist es diese. Das Urheberrecht ist ein emotional aufgeladener und zugleich superlangweiliger Nebenschauplatz, eine Themenverfehlung, die in der entscheidenden Frage mehr schadet als nützt. Und wenn überhaupt, dann am Schluss einer breiten Diskussion stehen sollte.

Es geht nämlich bei der Entlohnung von Kulturschaffenden genau überhaupt nicht um das Urheberrecht, es geht auch nicht um Schutz geistigen Eigentums. Wer seinem Kunden mit dem Gesetzespapierl winken muss, damit dieser zahlt, hat mit diesem eine völlig verhunzte Geschäftsbeziehung, in einfachen Worten: wer nur über Klagen Bewusstsein schaffen kann, dass man ihn doch bitte bezahlen soll, bietet ein Produkt an, das dem Konsumenten nichts wert ist.

Bei Kultur ist das Gegenteil der Fall. Es gibt kaum ein Produkt, das so sehr im Mittelpunkt des Lebens von so vielen Menschen steht.  Künstler müssen daher nicht um Geld betteln. Sondern eines endlich klarstellen: Künstler und Publikum sind in einer Online-Beziehung. Und man muss keine Frauenzeitschriften lesen um zu erkennen: an einer Beziehung muss man arbeiten. Beide Seiten. Auch wenn’s kompliziert ist.

Ganz wirklich toll wäre es, wenn alle Beteiligten dann auch noch endlich realistisch an die Diskussion herangehen. Und statt sich in Worthülsen einzubunkern (“Raubkopierer!”, “Sharing-Kultur”, “Diebstahl”, “Kunst muss frei sein”) vielleicht mal argumentative Ehrlichkeit walten lassen.

Und vor allem: Es gibt ganz viele Aspekte, die man bitte nicht mehr diskutieren sollte. Sondern die als gemeinsamer, als Konsens etablierter Ausgangspunkt für eine sinnvolle Kunstentlohnungsdiskussion dienen müssen. Darunter:

  • Es gibt auf Künstlerseite Verlierer, die mit der neuen Situation nicht umgehen können und herbe Einkommenseinbußen erleben. Das heißt aber nicht, dass sie schlechte Kunst machen oder es verdienen, dadurch zu Feindbildern zu werden, dass sie in fundierter Form darauf hinweisen.
  • Es gibt ein riesiges technologisches Wissensdefizit auf Künstlerseite, das durch nichts zu entschuldigen ist: wer immer noch nicht verstanden hat, dass jede verschärfte Form der Rechtsdurchsetzung im Internet einen Rattenschwanz an Grundrechtsproblemen nach sich zieht, muss sich weiterbilden, bevor er kampagnisiert.
  • Bezahlungspflicht für bestimmte Formen der Kulturproduktion – hier insbesondere die populärsten wie Popmusik und TV-Serien – wird nie wieder lückenlos durchsetzbar sein. Es wird sich die Diskussion um Opt-In-Systeme drehen müssen, die so viele Menschen wie möglich erreichen müssen. Es wird um Mischformen zwischen direkter Abgeltung, Querfinanzierungen (Werbung), neuen Verdienstmöglichkeiten, Flatrates und pauschalen Abgaben gehen. Es wird eine Publikumsschicht geben, die davon permanent keinen Gebrauch machen, sondern gratis Kultur konsumieren wird.
  • Es gibt weit, weit mehr als genug Geld sowie ein stark ausgeprägtes Zahlungsbedürfnis für Kultur. Kulturschaffende sind in der privilegierten Position, dass sie – bei Erfolg – Menschen emotional oder intellektuell berühren und daher eine immens wichtige Rolle in deren Leben spielen. Der bei weitem überwiegende Teil des Publikums ist bereit, dafür zu bezahlen.
  • Es ist dank des Webs für junge Künstler um ein Vielfaches leichter, erfolgreich zu sein. Es war in den glorifizierten Prä-Internet-Zeiten für österreichische Künstler unermesslich viel schwerer, ein Publikum zu erreichen. Und es war genauso unmöglich wie heute, von Rechteabgeltungen zu leben.
  • Es wird österreichisches Kunstschaffen keineswegs großflächig illegal kopiert. Nicht jeder Karriereeinbruch erklärt sich durch das Internet.  Die Zerstrittenheiten der einzelnen heimischen Kulturszenen (Film, Pop…) führen dazu, dass legale Online-Angebote fehlen.
  • Nur die wenigsten Online-Gratiskulturkonsumenten führen die Sharing-Kultur zu Recht im Munde. Wer Kultur nur gratis konsumiert ohne Mehrwert zu schaffen, weil er zu geizig ist, dafür zu bezahlen, ist argumentativ im Eck: dafür gibt es keinen vernünftigen Grund außer Geiz. Kulturkonsum kann und sollte in jenen Fällen, wo selbiger bereichert hat, zumindest im Nachhinein abgegolten werden.
  • Und, mit lieben Grüßen an “Kunst hat Recht”: Es gibt gute Gründe, Kulturschaffen gratis ins Netz zu stellen. Diese Diskussion ist endlich abzuschließen: in gewissen Kontexten profitiert man davon, etwa, wenn man eine Message unter’s Volk bringen will. Siehe die Videos von “Kunst hat Recht”, die ich aus mehrlei Gründen hier nicht verlinke.

Wo Kunst nicht völlig Unrecht hat

Ja, das ist mal ein Schocker-Titel, gell? Aber es stimmt, ich habe uns Netzmenschen schon wieder Unliebsames von der Schnittstelle Technologie und Kultur zu verkünden.

Denn so sehr “Kunst hat Recht” auch daneben ist, so schlechte Berater die haben, so wenig Ahnung von Internetüberwachungsbestrebungen, so katastrophal die offenbar untereinander kommunizieren, so weit sie hinter dem aktuellen Diskurs über Sharing und Kulturkompensation hinterherhinken, so wenig Einblick sie in  ihr eigenes Marktumfeld haben, so vehement, wie sie sich immer weiter selbst reinreiten – in einem haben sie wirklich Recht: es ist Zeit für einen Dialog.

Nicht über rechtliche Mittel gegen Online-Urheberrechtsverstöße. Nicht über Providerhaftung. Nicht über das Scheiß-Internet, wo den Künstlern alles geklaut wird. Diese Diskussionen sind alle durch, und es wird allerhöchste Zeit, dass das auch von einer Mehrheit der Künstler überrissen wird. Ich habe kein Mitleid mit jenen Kunstschaffenden und Verbänden, die jetzt im Zuge von “Kunst hat Recht” erst draufkommen, was alles an diversen Online-Forderungen problematisch sein könnte. Die haben ihren Job nicht getan.

Eigentlich ist gerade das zentrale Thema von “Kunst hat Recht”, das Urheberrecht, ausdiskutiert.

Aber eine Diskussion hat noch nicht einmal begonnen. Ich habe beruflich jeden Tag mit Künstlern zu tun, und um das Banale festzuhalten: das ist eine unglaublich heterogene Gruppe an Menschen. Einige davon sind vehement online, andere gar nicht, ich würde mal schätzen: im Durchschnitt ähnlich wie die Gesamtbevölkerung.

Aber auf eines muss die geschätzte Aufmerksamkeit gelenkt werden: wir alle lieben Kunst von Menschen, die völlig ungeeignet sind, unter den derzeitigen Web-Dogmen zu agieren. Und es ist ebenfalls allerhöchste Zeit, dass wir Netzmenschen vom hohen Ross runtersteigen und diesen Künstlern wieder entgegenkommen.

Mei, was hatten wir alle für einen Spaß bei der Revolte unserer Generation: dem Entdecken der Sharing-Kultur. Ich meine das ganz ernst: im letzten Jahrzehnt fand soetwas ein Erweckungserlebnis statt, vor allem bei jenen, die Popkultur fanatisch lieben. Kunst wurde frei, gewollt oder nicht, und die früher unberührbaren Stars mussten sich zu uns normalen Menschen herabbücken und von gleich zu gleich mit uns kommunizieren. Es steht außer Frage, dass die Sharing-Kultur eine der grundlegendsten kulturellen Revolutionen seit langem ist.

Aber genau deshalb darf sie nicht zum Dogma werden. Es ist nun an der Zeit, den pubertären Impetus abzustellen, mit dem die Trotzrevolte gegen die Pop-Labels unterfüttert war. Nicht alle Zwischenhändler sind böse, nicht alle Künstler hassen ihre Labels, nicht alle Kunstschaffenden wollen sich um den wirtschaftlichen Aspekt ihrer Arbeit selber kümmern.

Und das sollen sie auch leben können: Wir Netzmenschen sind gefragt, uns gewissen Kompensationsmechanismen zu öffnen. Ich schreibe jetzt absichtlich keines der Reizwörter hin, aber: ich finde es ganz allgemein mindestens genauso ärgerlich, wenn sich Kunst von Werbung bezahlen lassen muss, wenn wir die Liebe zu Popmusik in Geld für Google und nicht Geld für die Kunst umwandeln, wenn alte Strukturen zerhauen werden und die Bonzen von früher durch mindestens ebenso bonzenhafte Gecken – nunmehr aus dem Silicon Valley – ersetzt werden. Ich verehre Innovation, ich bin vehement für die Freiheit von Kultur im Web – aber die Diskussion, wie es damit weitergehen soll, ist keineswegs beendet. Es braucht eine Pluralität an Ansätzen, wie Kunst entlohnt werden kann. Und nachdem viele Künstler genau davon leider wenig Ahnung haben, wird es Zeit, sie zu unterstützen.

Eines hat “Kunst hat Recht” wieder gezeigt: One Size Fits None. Aus der Initiative dringt ein auf Konsens zusammengedämpftes Stimmengewirr unterschiedlichster Interessen. Verwertungsgesellschaften, die gerne neue Geschäftsfelder eröffnen würden (denn, man darf nicht vergessen, viele der Geldquellen – etwa Radiolizenzen, Aufführungsvergütung, Print-Vervielfältigung – sind völlig unberührt bzw. profitieren vom Internet). Künstler, die ihre Verkaufskarriere längst so gut wie beendet haben und nun um das Einkommen früherer Leistungen bangen (ich möchte nicht mit ihnen tauschen). Junge Neo-Stars, die noch kurz zuvor für eine Lockerung des Urheberrechts hätten sein müssen, um bekannt zu werden, wenig später aber dann für eine Verschärfung sind, um nicht unterzugehen. Es gibt nach menschlichem Ermessen keine Form von Urheberrecht, die all diesen Bedürfnissen entspricht, und möge es noch so scharf sein.

Aber es gibt unermessliches kreatives Potenzial im Web. Dies ist nun in den Dienst der Künstler zu stellen. Wegen der Liebe zur Popkultur, die wir alle teilen. Denn Künstler, die etwas unmittelbar verdienen wollen, werden allzugerne ins böse Eck gestellt. Und das ist eigentlich lächerlich. Daher ist ein Dialog zu beginnen: Wie wäre es, wenn wir einmal die Künstler fragen, wie sie künftig zu ihrem Geld kommen wollen? Ich wette, in so einem Dialog kommen gescheitere Antworten zu Stande, als beide Seiten derzeit zu liefern vermögen.

 

SOPA, PIPA, ACTA, LMAA

Liebe Leute, wappnet euch – ich habe Unliebsames zu verkünden: An der kommenden Zensur des WWW sind wir alle selber schuld. Denn abseits des hyperempörten Twitterns, Bloggens, Souppens geben wir den Amok laufenden Lobbyisten und den nichtsahnenden, aber instinktiv die Chance auf Kontrollzuwachs witternden Politikern täglich die Macht dazu in die Hand, das Web zu ruinieren. Und es ist höchste Zeit, dass wir damit aufhören.

Die Banalitäten vorweg, damit es zu keinen Unklarheiten kommt: Nein, die Medienunternehmen haben nicht das Recht dazu, die Rechte aller zu beschneiden, und ja, die drohenden Zensurabkommen sind die größte Einschränkung der Bürgerrechte, die wir uns seit ever gefallen lassen haben werden. Dass demnächst im Namen der Kultur die Zensur in Österreich Einzug halten wird, ist schlichtweg zum Speiben. Und ja, die Politiker wissen letztlich ganz genau, was sie tun.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: SPÖ, ÖVP und alle anderen mitstimmenden Parteien werden das Leitmedium des 21. Jahrhunderts zensieren, indem sie ACTA zustimmen werden.

Man lasse sich dies auf der Zunge zergehen: Wochenlang brüllen alle Medien wegen des Dann-doch-nicht-Büroleiters eines in der Bedeutung rasant abnehmenden Medienhauses. Die andere, wirklich verheerende Entwicklung bleibt fast unbemerkt.

Jedenfalls: Die Politiker freuen sich, sie haben nur keine Ahnung, warum sie in der glücklichen Lage dazu sind, plötzlich derart und ohne Medienwirbel in die Medienfreiheit eingreifen zu können. Ist auch egal: Die Zensur ist argumentierbar. Denn mit jenem (kleinen) Teil ihrer Argumente für SOPA, PIPA, ACTA, den Politiker so gerade noch verstehen können, haben die Film- und Musiklobbyisten schlicht und ergreifend Recht – es wird in gewaltigem Ausmaß kopiert.

Ja, ich kenne all die guten Argumente dafür, warum Kopieren von Kulturgut gut ist. Und ich finde, die sind alle richtig. Bis auf eines: Wenn Kopieren nur dazu da ist, aktuellen und eigentlich leicht über offizielle Kanäle verfügbaren medialen Mainstreamscheißdreck gratis zu konsumieren, dann wird es argumentativ eng. Das hat nichts mit Kulturfreiheit oder Social Media Revolution oder sonstwas zu tun – das ist kleingeistige Kostenvermeidung und, im schlechtesten Fall, Pseudorevoluzzertum. Denn einerseits Hollywood und die großen Musiklabels für das Grundübel der Kulturwelt zu halten, aber gleichzeitig wie der elendste Süchtige dauernd deren Produkte konsumieren zu müssen, ist, nun ja, kein Zeichen für persönlichen Reifegrad.

Es gibt kein gutes Argument dafür, Filme herunterzuladen, die eh gerade im Kino laufen oder sechs Monate später auf DVD 9.90 Euro kosten. Denn wer “den Bonzen kein Geld zukommen lassen will”, soll dann aber auch die Größe haben, deren Dreck nicht zu konsumieren.

Also, machen wir es kurz: Die Umsetzung von ACTA in österreichisches Recht muss, so es noch irgendwie möglich ist, verhindert werden.

Aber gleichzeitig ist es an der Zeit, damit aufzuhören, Mainstreamkulturprodukte zu kopieren, die – sagen wir mal – jünger als 3 Jahre sind. Denn die sind leicht gegen ein wenig Geld zu bekommen, und das kann und sollte es einem auch Wert sein.

Und vor allem: Wir sollten nicht für jene 10 Euro, die “Puss in Boots”, “Verblendung” oder “Die Muppets” im Kino kosten, den Zensurargumenten die Türe öffnen.

Wenn etwas wirklich nicht (oder nicht mehr) auf legalem Weg zu bekommen ist, dann sind die Rechteanbieter selber schuld, wenn kopiert wird. Damit meine ich auch insbesondere alle die tollen TV-Serien, die es derzeit gibt – und die immer Monate, manchmal auch Jahre (!!) später ins europäische Fernsehen kommen. Noch dazu durch Synchronisierung ruiniert. Die sind auf legalem Weg nicht zu bekommen. Aber selbst da kann man dann (später) die DVD-Boxen nachkaufen – ich will, dass die Macher von “Big Bang Theory” oder “Lost” oder “Weeds” auch wissen, dass ich ihr Zeug mag.

Noch besser wäre allerdings etwas anderes: Den Produkten all dener, die für die Zensurabkommen eintreten, nie wieder auch nur ein Gramm Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Weder gegen Geld noch gratis. All jenen, die für ACTA, SOPA, PIPA eintreten, ein herzliches LMAA.

Liebe Wutbürger, bitte lasst die Heugabeln im Schuppen

Okay, eine Woche häppchenweises Dauer-Fernsehen (weil krankheitsbedingt zu nichts anderem fähig) ist schon eine besondere Prüfung. Beim Bingo glaubt eine Kandidatin, in Österreich herrscht “Monarchie”, und das war bei weitem nicht der Tiefpunkt an Dummheiten, an empörenden Beispielen der Minimalverbalisierung, an himmelschreienden Begrenztheiten, die ernsthaft als Meinung diskutiert werden.

Den Vogel abgeschossen aber hat, leider, Roland Düringer.

Nichts gegen Düringer, und ich neide auch niemandem das persönliche Erweckungserlebnis. So sympathisch er ist, so lustig seine Filme und so gut seine Kabaretts sind: Seine Wutbürger-Rede zum Abschluss des Donnerstalks hat alles verkörpert, was dieses Land so klein macht, wie es ist.

Denn was Österreich genau nicht braucht, ist Wut, sind Bürger, die ihren Zorn zur politischen Bewegung erklären.

Seit Jahrzehnten ist Österreich das Land der Dauerbeleidigten, gelähmt im gegenseitigen Proporz-Hass der Roten und Schwarzen. Jeder Anhauch der Bewegung wird vom Gegenüber niedergegiftet. Die Österreicher sind wütend auf “die EU”, die Besserverdienenden, die Armen, die Reichen, die Zuwanderer, die Arbeitslosigkeit, den Sozialschmarotzer, den Rot- bzw. Schwarzfunk, die anderen Medien, den Nachbarn, die Nachbarländer, die lärmenden Kinder, die Erbtante, den Fortschritt – das Zorngefühl des Dauer-Zukurzgekommenseins, des Dauer-Übervorteilten ist in Österreich die politische Währung.

Und genauso wird sie auch verwendet: Österreich positioniert sich immer wieder gerne als das Schmuddelkind der EU, stellt sich mit Inbrunst gegen die EU-Annäherung der Türkei, und auch im Inneren kann man sich über ein reines Zornprogramm ganz offenbar zum Kanzler schreien. Kein Wunder, dass bei Düringers Rede der Applaus aus der falschen Ecke kommt: Die FPÖ lebt alleine und ausschließlich vom Wutbürger.

Denn leider grenzt Wut auch immer an vormoderne Impulse, an das Einschwören auf eine vermeintliche Ur-Gemeinschaft, die es dank der durchgelüfteten Komplexität des heutigen Lebens – zum Glück – nicht mehr gibt.  Da hat die Krone ausnahmsweise mal Recht, wenn sie ihre Leserbreifschreiber als Vorläufer des Wutbürgers lobpreist: Wer wütend ist, ist irrational, reduziert Komplexität (der größte Schaden für eine Gesellschaft), nimmt seine unerfüllten Partikularinteressen zum Anlass, an den ohnehin tönernen demokratischen Institutionen in Österreich zu rütteln. Noch dazu an der falschen Stelle.

Pauschalisierung (“Hamsterrad”) ist die Einstiegsdroge zur Verschwörungstheorie, und irgendwelche Systeme für beendet zu erklären, klingt revolutionär – viel Substanz hat das nicht. Gerade in demokratischen Systemen hat Protest immer auch einen Erklärungsbedarf, den weder die Occupy-Bewegung (mit Absicht) noch die Wutbürger (wegen mangelnder Verkürzbarkeit) erfüllen: Dabei geht es einerseits um eine (nicht ausformulierte) gesellschaftliche Alternative, über die immanente Einigkeit suggeriert wird – die aber letztlich unbestimmt bleibt. Düringer und viele am revolutionären Stammtisch reden vom Weißwählen – das umstürzlerische Potenzial ist beschränkt, und außerhalb des demokratischen Spektrums will man sich hoffentlich nicht bewegen. Andererseits fehlt den Wutbürgern auch eine Perspektive: Was macht Wut besser? Wut sorgt für Konfrontation. Danke, davon haben wir in Österreich schon mehr als genug.

Und wenn dann noch der Begriff Philosophie ins Spiel geworfen wird, dann stellts mir schon ein bisschen die Zehennägel auf.

Bitte, liebe gutmeinende Österreicher, lasst die Heugabeln im Schuppen. Nicht jeder internationale Trend ist übertragbar. Wut tut dem arabischen Frühling gut, auch der Grande Nation oder dem verspießerten Deutschland.

Was Österreich braucht, ist eine innere Abkühlung. Das ist kein Plädoyer gegen Protest, ganz im Gegenteil: Gerade Datenpolitik, Social Mining, gutes Vergleichsmaterial mit anderen Ländern geben uns nun erstmals die Tools in die Hand, eine faktenorientierte Politik an die Stelle des Geschreies zu setzen.

Österreich muss sich auf politischer und gesellschaftlicher Ebene endlich die Wut abgewöhnen, muss aus dem pubertären Fußgestampfe herauskommen. Da nützt es niemandem, wenn jetzt auch noch jeder Kleingartenbesitzer sich zum Wutbürger umdefiniert. Gerade wer wütend ist, ist hierzulande ein Systemtrottel. Lasst uns lieber Datenbürger werden.

(Sorry, dass ich so spät über das eh schon gut abgehangene Thema blogge – wie gesagt, krank. Und sorry, dass ich außer Niko Alm und stadtbekannt niemanden verlinke, habe keine Blogrecherche gemacht)

Einspruch: Ein Foul in der Bildungsdebatte

Zugegeben, bei all’ dem Uni- und Studenten-Bashing kann man schon mal den Überblick verlieren. Dennoch erstaunt mich, dass sich die Studenten, ja überhaupt alle jungen Leute permanent und widerspruchslos ein Foul gefallen lassen, das derzeit immer wieder hinterrücks über die Bande gespielt und dann mit voller Wucht an ihnen verübt wird: Denn der Bildungsdebatte inhärent ist eine kontinuierliche Beleidung der derzeit jungen Generation. Und zwar von jenen, die ihr Rederecht eigentlich verwirkt haben sollten.

Es lässt sich summieren als die ewige alte Leier: das Niveau der heutigen Studenten sinkt und es studieren viele, die es nicht sollten, weil sie nicht gescheit genug sind. Das ist kurz gefasst der Subtext von Eingangsprüfungen und anderen Auslesesystemen für Studenten, die als Allheilmittel der Unimisere dargestellt werden. Darauf noch ein bisschen reaktionären Nonsens gegen Computer-Sucht gepackt, und wenn man als Intellektueller völlig daneben ist, konstantiert man schlussendlich noch einen Geburtenüberschuss bei den Dummen und kommt zum Ergebnis: das intellektuelle Niveau Österreichs wird immer schlechter.

Wie wir Briten sagen: Bollocks.

Liebe junge Menschen, lasst euch doch nicht so beleidigen. Sondern fragt zurück: Wo, bitte, sind denn die ganzen Super-Intellektuellen der Generation 60+? Damals, als die studierten, gab es noch Studiengebühren. Ergo muss damals an den Unis alles in Ordnung gewesen sein. Und? Wo sind in Österreich die wegweisenden Denker? Wo die Ausnahme-Politiker? Wo die kultivierten Bürger? Wo die moralischen Instanzen? Wo selbst die Facharbeiter? Mit welchem Recht sagt jene Generation der Österreicher, die dieses Land gegen die Wand gefahren hat, den heutigen Jungen, dass sie dumm sind?

Lasst euch nichts sagen. Ignoriert die ideologischen Scheingefechte um Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. Studiert nicht nur das, was am Arbeitsmarkt verwertbar ist. Denn die Unis sind keine Stätte der Berufsausbildung, dafür sind – mehr recht als schlecht – die FHs da.

Und die Unis haben kein Budgetproblem. Sondern die Politik hat ein Problem mit dem Unibudget. Es gibt kein Naturgesetz und keine EU-Richtlinie, die verhindern, dass die Unis das Geld vom Staat kriegen, das sie brauchen. So, wie das Bundesheer, der Verwaltungsapparat und die Schulen. Das wäre sofort herzustellen. Wenn, ja wenn die Unis von der Politik als lebensnotwendig für Österreich erkannt würden. Nur das spielt’s halt nicht. Denn das Wohlergehen der Unis ist nicht nötig für das Wohlergehen irgendeiner Partei.