Abschied vom Schleppen – E-Book-Experiment

Ich gebe auf. Nachdem ich nun den 900-Seiten-Ziegel “Anathem” durch ganz Wien geschleppt habe (Neal Stephensons neuer Roman war mit mir in der Staatsoper, im Theater an der Wien, in x Cafes und, nicht zuletzt, in zahlreichen U-Bahnen), starte ich ein Experiment: Ich werde als bekennender Vielleser nur noch E-Books konsumieren. Scheint kein Problem zu sein mit englischen Büchern, aber ich fürchte, außer dienstlicher Lektüre, wo ich wohl nicht an dem einen oder anderen “echten” Buch vorbeikommen werde, wird kaum was Deutschsprachiges dabei sein.

Auch wenn, nach der Frankfurter Buchmesse, die beiden weitest verbreiteten Reader endlich ihren Weg gnädigerweise nach Europa finden – das Angebot an neuen deutschsprachigen Belletristik-E-Books ist stark beschränkt. Ich stimme ab jetzt mit meinem Konsumverhalten ab: Was nur als Papierbuch und als Software für proprietäre Hardware verfügbar ist, les ich halt nicht.

Und nein, mir geht die Haptik des Papiers beim Lesen überhaupt nicht ab.

Für mich ist hiermit nicht das E-Book tot, sondern das Papierbuch.

2 Comments

  1. der “turm” war heute sogar in der sauna. nur war ich zu müde, ihn auch zu lesen. glücklicherweise gibt’s verspätung aufreißende bahnfahrten graz-wien.

    dass das e-book nicht leuchtet finde ich übrigens interessant. ganz wertfrei.

    ps: sonst find ich den heutigen “standard” aber gut :-)))

    pps: da fällt mir ein: ich führe mittlerweile ein eigenes notizbuch, um alle mir nicht bekannte ddr-begriffe o.ä. aufzuschreiben, um sie später mal zu googlen. kann man bei e-books dann wenigstens gleich auf diese wörter klicken? DAS wäre gut. nicht musik oder gemälde. (oder auch? aber was ist, wenn die musik scheiße ist und ich sie freiwillig nie gehört hätte? dann hör ich vielleicht gar noch auf, das e-buch zu lesen?)

  2. apaley says:

    Also in die Sauna geh ich eh nicht…

    Musik auf Ebooks finde ich schwer unnötig, wenn ich ein Multimediagerät haben will, kauf ich mir ein Smartphone oder einen PDA. Ich denke mir aber, dass es gewisse grafische Fähigkeiten schon haben sollte, um auch Illustrationen in Büchern darzustellen etc.

    Dafür kann man, zumindest beim Amazon-Reader, Begriffe jederzeit in Wikipedia checken – ob das mit Anklicken geht, weiß ich nicht, aber immerhin.

    Ich finde die ganze Aufregung auch in den Zeitungen sehr lustig – das ist ein bissi so, wie bei einem Relaunch eines Zeitungslayouts: Alle sagen, dass es vorher viel besser war, was sie beim Relaunch davor auch schon gesagt haben. Und nach vier Wochen fällts keinem mehr auf – bis zum nächsten Relaunch, dann ist plötzlich das bei der Einführung kritisierte Layout von vorher super gewesen.

    Und heute werden wieder ein paar Bücher entsorgt :)