E-Books – Die “ersten” Lesegeräte

So funktioniert die Berichterstattung über technische Entwicklungen: Ungefähr ein Jahrzehnt nach den ersten portablen E-Book-Readern wurden die derzeitigen Geräte auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert und somit an die Kulturredakteure herangetragen – und gelten nun allen Ernstes als erste Lesegeräte.

2 Comments

  1. Nicht zuletzt angesichts der angespannten finanziellen Situation, in der ich erstmals in meinem Leben Bücher und Dvds LEIHE statt sie zu kaufen, frage ich mich, wie der Betrieb eines E-Books funktionieren wird. Schließlich und endlich wird man auch diese Bücher kaufen müssen. Einziges Problem: die grassierende Hemmschwelle, für (scheinbar) virtuellen Content bares Geld bezahlen zu müssen. Sprich: Werden E-Books soviel kosten wie Bücher – seien es auch nur 10 Euro – etwas zu LADEN ist kognitiv nicht mit Erwerb verbunden. Und während man sich so manche Musik doch der Soundqualität wegen tatsächlich auf einem echten Tonträger kauft, anstatt sie runterzuladen, stehen die Qualitätsunterschiede der Bücher hier in mehrfacher Hinsicht nicht zur Debatte. Lesbar müssen sie so und so sein, der Unterschied zwischen “Raub-Ebooks” und gekauften scheint mir nicht ersichtlich (abgesehen von der Moral, aber…).

    Zweitens: Der ZUGANG zu den E-Books. Muss man den Reader an den PC anschließen, um sich die Bücher raufzuladen, ist der Spaß wieder nur halb so groß (Ähnliches gilt für diverse Speicherkarten – rein, raus, etc.). Das hieße nicht zuletzt in Hinblick auf den direkten Zugriff etwa zu Wikipedia (siehe mein letztes Posting), dass das E-Book internetfähig sein muss (was wohl ohnehin geplant ist): Da wiederum stellt sich die Frage nach dem Anbieter: Internet ist nach wie vor nicht gratis, verlangt also einen Mobilfunkbetreiber mit Vertrag. Erfahrungsgemäß lässt sich ja nicht mal der Handy-Vertrag auf den mobilen Stick übertragen. Sprich: Braucht man dann für das E-Book WIEDER einen neuen Vertrag (mit Mindestlaufzeit)? Muss man sich mit verschiedenen Angeboten auseinandersetzen? Das monatliche Downloadvolumen berechnen, um den richtigen Deal auszuhandeln?

    Einmal mehr: Buch vs. E-Book: Ich brauche ein Gerät (teuer). Ich muss jedes Buch bezahlen (wohl sicher nicht nur 2 Euro?). Ich brauche eine fähige Internetverbindung (wieder eine Einzugsermächtigung, die halbe Herzinfarkte bei der Abrechnung auslöst).

    Wie lange wird es dauern, bis die Branche sich von all diesen Parametern, die sie derzeit GETRENNT VONEINANDER betrachten zu scheint, endgültig löst? Sind Marktstrukturen einfach mir nix, dir nix aufzuweichen? Kann die Umstellung auf E-Books althergebrachte Einführungsprobleme umschiffen? Oder heißt es nun – wie bei fast Allem – wieder WARTEN, bis sich die User ihren eigenen Weg bahnen, an den sich die Industrie früher oder später angleicht?

    Bis dahin: Lese ich Bücher.

  2. apaley says:

    Du beschreibst sehr treffend ein paar der Hauptprobleme, die E-Books noch haben. Beim Amazon-Reader ist wirklich ein Handy-Vertrag dabei, aber der ist im Preis inbegriffen, zumindest gibts da danach keine Überraschungen mehr.

    Ich persönlich finde ja an den Computer anstecken nicht so schlimm, und ich glaube auch, dass man Bucheinkäufe so planen kann, dass man unterwegs immer genug zum Lesen mithat. Aber die E-Book-Industrie sieht diese Probleme eh schon als Gesamtes, wie der “Kindle” zeigt.

    Das Hauptproblem, das ich sehe, ist dass die Lesegeräte so absurd teuer sind – dafür, dass sie eigentlich nicht viel können. Aber wenn man mal so einen Reader hat, lässt es sich leicht billig lesen. Es gibt viele Bücher, die sogar gratis zu bekommen sind, u.a. so gut wie alle Klassiker der anglosächsichen Literatur beim Projekt Gutenberg (lese gerade Orwells “1984”, und das hat mich ganz legal 0 Euro gekostet).