Gegenposition: Papierbücher

Autorin und Kollegin Sonja Harter ist in Hinblick auf die Zukunft des Papierbuches ganz anderer Meinung als ich und hat einen Kommentar gepostet, der hiermit prominenter platziert werden soll:

“menschen unter vierzig in zehn jahren: sprich – leute, die heute nicht älter sind als 29. beinhaltet also bereits literate menschen in einer spanne von fast 23 jahren (6 bis 29 also). übrig bleiben all jene, die entweder noch nicht eingeschult, oder überhaupt noch gar nicht geboren sind. sprich: die sind in zehn jahren dann zwischen null und – ähm… 15 oder so. gemessen an der alterung der bevölkerung also ein eher geringer teil der menschheit, aber experiment bleibt gedankenexperiment.

gedankefehler no. 1: um vinyl abspielen zu können, braucht man plattenspieler. plattenspieler sind heutzutage kaum leistbar, schallplatten im gewünschten spektrum größtenteils nicht erhältlich.

zum lesen in büchern braucht man allerdings nur zwei dinge: augen und hände.

bereits vor 10 jahren herrschte großer pessimismus: die zeitungen würden angesichts des internets aussterben. nun. was ist passiert? nix. vielleicht holt man sich heute tagesaktuelle nachrichten oder einzelne artikel aus dem netz – zeitung gelesen wird dennoch (mehr denn je, möchte man glauben, wenn man am späten vormittag die u-bahn benützt). und der qualität im journalismus geschadet hat’s (in eingen fällen) auch nicht.

gedankenfehler no. 2 – das horten von medien. ob es nun platten, kassetten oder cds sind: sie verstauben in unseren regalen ebenso wie es mp3s auf den festplatten tun. warum sollte man bücher, die man nur einmal gelesen hat, wegwerfen? vom e-book löschen?

gedankenfehler no. 3 – bücher – je billiger sie werden, desto besser – kann man wirklich überall hin mitnehmen. in die badewanne, zum arzt, in die u-bahn, ins flugzeug. abgesehen davon, dass seiten-umblättern was spannendes hat – liegen menschen in zehn jahren total verkabelt im wasser? wartezimmer? flugzeug?

gedankenfehler no. 4 – den ganzen tag vorm bildschirm und dann in der freizeit auf ein flimmerndes kasterl schauen? stets das ladegerät mit im gepäck?

und überhaupt: auch bücher kann man herrlich vernichten: wegwerfen oder herschenken. aber lesen wird man sie immer :-)

so long, einstichspuren”

One Comment

  1. […] Feedback auf die eignen Ablaichungen ist lustig, dass man erst draufkommt, wie viel Erklärungsbedarf es bei […]