Noch ein Grund, warum “Old School”-Journalismus nicht aussterben wird

Heinz Wittenbrink hat ziemlich viele gute Gründe gepostet, warum der “klassische” Journalismus auch angesichts der sozialen Medien und deren Einbrechen in journalistische Randgebiete nicht obsolet werden wird. Ein Punkt jedoch wird oft und oft übersehen, der in der journalistischen Alltagsarbeit von immenser Bedeutung ist und der am Besten mit dem englischen Wort “Leverage” benannt wird: Als Journalist in einem großen Old-School-Medium hat man eine weit größere Hebelwirkung als noch so profilierte Grassroots-Journalisten, auch in der Masse.

Es wird meiner Einschätzung nach noch auf Jahrzehnte ein unüberwindbarer Unterschied bleiben, ob die New York Times (egal, ob sie dann noch gedruckt oder eine reine Online-Zeitung sein wird) bei einer Quelle bzw. einem PR-Menschen anruft, um die notwendigen bösen bzw. kritischen Fragen zu stellen, oder jemand, der eine Website hat und sich nur damit als wichtig vorstellen kann, dass er “im sozialen Web schon viele Themen losgetreten hat”. Und gerade in jenen Bereichen, wo Journalismus wirklich wichtig ist – darin, den Mächtigen auf die Zehen zu treten – wird oft nur die Sprache der Macht verstanden.

Ich glaube, aus den sozialen Medien geborener Journalismus wird insbesondere als Quelle für Profi-Journalisten und als Korrekturinstrument für Medienberichte an Bedeutung gewinnen.

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