Hysterie pur: Filmdownloads als Argument gegen Breitbandausbau

Illegales Downloaden im Internet verursacht den Klimawandel, die sexuelle Revolution und die Explosion der Sonne – könnte man meinen, wenn man die aufgeregte und (von allen Seiten) wenig zielführend geführte  Diskussion über Urheberrecht und das Internet verfolgt. Neu ist mir, dass illegales Kopieren auch als Grund dafür herangezogen wird, dass der Breitbandausbau in Europa großteils so erbärmlich ist.

Vivendi Frankreich hat da den Vogel abgeschossen: “Fiber serves no purpose”, sagt der Finanzchef des französischen Konzerens in einem Bericht der Herald Tribune, der sich mit dem Ausbau von Breitbandnetzen als Gegen-Investition zur Finanzkrise beschäftigt. “All that it does is to encourage the illegal downloading of films.”

Also bei allem Verständnis für Rechteinhaber – da wird’s dann lächerlich. Wer glaubt, einen berstenden Damm mit Pflaster reparieren zu können, wird schnell überflutet. Bitte, liebe Filmindustrie, macht nicht den selben Blödsinn wie das Musikbusiness.

Im übrigen glaube ich, dass nur eine Pauschallizenz auf Online-Kulturkonsum eine tragende Lösung ist. Breitbandzugang muss selbstverständlich wie die Versorgung mit Wasser und Strom werden, heißt es immer. Dann aber bitte auch die selbe Abrechnung: Billige (!) Grund-Netzkosten, und eine Gebühr für den Verbrauch. Bei Wasser, Strom und Gas ist klar, was genutzt wird. Im Internet sind es zu einem näher zu bestimmenden Anteil eben Kulturprodukte. Und dass das bezahlt werden muss, ist eigentlich selbstverständlich.

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