Welt ohne Presse – Auf die Online-Community wartet ein Monty-Python-Moment

“Was haben uns die Römer gebracht?” An diese Monty Python-Szene aus “Das Leben des Brian” erinnert mich die so selbstgerechte wie kurzsichtige Kritik von Bloggern und Twitterern an den den alten Medienkolossen. Natürlich geht manchmal manches schief in den Agenturmeldungen, natürlich entwickeln sich große TV-Stationen zuweilen zu unbeweglichen Medien-Tankern, natürlich gibt es mittlerweile schnellere und bürgernähere Dienste.

Aber jetzt, wo die textbasierten Medien in Existenz bedrohende Situationen kommen und “Eine Welt ohne Presse” durchaus in den Bereich des möglichen rückt, sollte man sich diese Frage neu stellen: Was haben die Zeitungen (egal ob gedruckt oder online) uns gebracht? Die Antwort: Einen unverzichtbaren und nicht ersetzbaren gesellschaftlichen Kontrollmechanismus. Den Stoff, über den andere bloggen und twittern. Und vor allem: Die Macht und die finanzielle und ressourcenmäßige Ausstattung, mit denen man langwierige, heikle Recherchen bestreiten kann.

Es ist höchste Zeit dafür, dass die Onlinecommunity sich nicht mehr wie der Retter der Welt vor den Old Media aufspielt. Besserwissen ist leicht, zu leicht. Aber geprügelt wird das Falsche: Medien und die neuen Formen des sozialen Journalismus ziehen am gleichen Strang, und beide haben eigene Stärken. Das zu sehen benötigt gar nicht so viel Verständnis für das Mediensystem.

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