Vielfalt statt Einfalt: Differenzierte Mediensicht auf die EU

Für alle die, die trotz EU-Wahlkampf nicht glauben, dass die EU an allem schuld ist, die keine Sündenböcke in Brüssel brauchen, um lokale Probleme ignorieren zu können, die kein einfältiger Hass auf den Rest von Europa treibt, die keine Minderwertigkeits-Komplexe haben, weil nicht die ganze Welt nach Österreichs Pfeife tanzt, und die mit der Komplexität eines vielfältigen Europas umgehen können: “Presseurop” versammelt Artikel von Zeitungen aus fast der ganzen EU, übersetzt diese und zeichnet so ein differenziertes Bild Europas.

One Comment

  1. tini says:

    Das ist eine feine Sache, leider aber auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn europäische Medien in Zukunft zum friedlichen Zusammenleben in multikulturellen Gesellschaften beitragen wollen dann müssten sie eine radikale Standortbestimmung betreiben und zu strukturellen Reformen bereit sein. Problematisch ist vor allem, das es in Europa keine ausreichende „global public sphere“ gibt, die Europäern den Austausch über Weltfragen ermöglichen würde. Tiefgreifende Informationen über Europa sind in vielen europäischen Medien -oft u.a. auch aus Uninformiertheit oder wegen Unwissen vieler Schaffender- Mangelware. Journalistenaustausch zur Schärfung von Perspektiven findet viel zu wenig statt. Gemeinsame Medien existieren kaum -abgesehen von kleinen Errungenschaften wie dem deutsch-französischen Kultursender ARTE, Euro-Sport und Euro-News. Die Geschichte des Versuchs der Schaffung gemeinsamer Medien ist nur in seltenen Fällen wie ARTE von Erfolg gekennzeichnet. Und: die bloße Existenz von Euro-Sport, Euro-News stellen noch keine gemeinsame europäische Medienlandschaft dar. Zur Überwindung von intereuropäischen, kulturellen und sprachlichen Problemen und Barrieren sollte die Schaffung erfolgreicher, gemeinsamer europäischer Medien ein Interesse aller europäischer Bürger darstellen.