In drei Jahren sind Laptops irrelevant

Von ganzem Herzen nicht zustimmen kann ich dem Google-Europa-Chef John Herlihy und seiner Prognose, dass in drei Jahren “Desktops irrelevant” werden. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass in naher Zukunft Laptops und die vielgehypten Netbooks stark an Bedeutung verlieren werden, zugunsten von Smartphones.

Und ich wage jetzt dann mal das Experiment (das in Teilen Asiens ohnehin schon Mainstream ist): Laptopfrei zu leben und die digitale Existenz über ein Handy abzuwickeln, und zwar auf dem Nokia N900 (full disclosure: ich kriege kein Geld und auch kein Gerät von Nokia; ich bin aber überzeugt, dass Nokia zu wenig Credit dafür kriegt, seit Jahren Linux-basierte und damit offene Internet-Tablets zu erzeugen). Und ich bin sicher: Das geht jetzt schon, und wird immer leichter.

Meine Haupt-Tätigkeiten am Laptop: Surfen, Medien Konsumieren, Kommunizieren. Das geht alles auch am Handy, und zwar überall und ohne Gerätewechsel. Daten transportiere ich auf einer tragbaren Festplatte, zum Spielen fehlt mir leider oft die Zeit.

Das einzige Problem mittlerweile: Produktion großer Textmengen. Dafür sind aber auch die wirklich praktischen, ergo kleinen Laptops, meist ungeeignet, und Netbooks überhaupt. Sei’s drum, lange Texte schreibe ich weiter am Stand-PC, den ich übrigens kaum jemals durch einen Laptop ersetzen werde. Stand-PCs haben einen klaren Kosten- und Leistungsvorteil gegenüber Laptops, das sollte man nicht vergessen, ebenso kann mit Backup-Einrichtung eine gewisse Verlässlichkeit geschaffen werden, sie sind ergonomischer und durch größere Displays auch besser für die Arbeitsleistung. Meist werden nur einzelne Teile kaputt, die leicht ersetzbar sind.

Was ist also im Zwischenfeld zwischen PCs und Smartphones der einzigartige Nutzen, den mir ein Laptop bietet und der die Kosten und auch die Größe rechtfertigt? Mir fällt schon jetzt kaum etwas ein. Und je besser Smartphones werden, desto schwieriger wird die Antwort.

One Comment

  1. deckard says:

    Na ja, stimmt schon. Aber mir wird nach der Anfangs-Euphorie jetzt der Bildschirm meines iphones schon wieder zu eng. Zum Recherchieren, schnell was nachschauen, navigieren und on the go alles super, aber darüber hinaus ist ein größerer Bildschirm schon besser. Und die Standmaschine schleppt man ja doch nicht ins Kaffehaus, oder? Deswegen glaub ich halt, das Tablets schon eine gute Zukunft haben, fürs außer Haus arbeiten.