June, 2011:

Abschied vom Linux-Handy

Tja, das war’s dann mit uns: Nach eineinviertel Jahren hab ich mich von meinem Nokia N900 verabschiedet. Und eigentlich tut es mir ziemlich leid, weniger um das Gerät als um das Ideal, das ich damit aufgegeben habe. Vom offenen Linux- zum Google-Handy, das tut schon weh. Alternative gab es keine.

Vorausgeschickt: Ich finde die Kritik an Nokia geht völlig an der Realität vorbei. Nokia ist in der Windows Vista-Falle: Die Diskussion über die Interface-Mängel hat sich so verselbstständigt, dass die wahrgenommenen Mängel viel schwerer wirken, als es tatsächlich gerechtfertigt ist. Das Maemo-Interface ist genauso wie Symbian schon ganz in Ordnung. Viele Medien und Blogger fallen da gerne auf sehr geschicktes Negativmarketing der Konkurrenten herein.

Der Grund für den Abschied vom N900 war, dass aus einer Insider-Schiene (Linux am Handy!) eine Sackgasse geworden ist, als Nokia sich von Maemo/Meego losgesagt hat. Ich brauche keine tausend Apps und keine monatlichen Betriebssystem-Updates. Aber null Support ist im Servicebereich Software untragbar. Gerade bei den Powerusern, die das N900 gekauft haben.

Ewig schade drum, Nokia hat da wirklich ein einzigartiges, netzpolitisch immens wichtiges Angebot gehabt – kein Bewegungsdatensammeln, kein heimliches Ausspionieren, keine App-Zensur. Und sie haben es mit Totalschaden fallengelassen.