Die Informationsverlierer

Was sich in der Uausschuss-Debatte niemand so recht zu sagen traut: das ganze unwürdige Schauspiel ist nicht nur eine Ansammlung von Skandalen und die Selbstabschaffung der Parteien, sondern ein Einblick in ein dunkles Eck der heimischen Realitäten: Wahlen werden in Österreich von den Informationsverlierern entschieden. Wer heute noch ORF, Heute, Österreich und die Krone als einzige Medien konsumiert und sich davon das Weltbild formen lässt, ist der Extremfall eines Fortschrittsverlierers – er nimmt nicht Teil an der Informationsgesellschaft.

Dass von dieser Gruppe aber das Land regiert wird, ist raschestmöglich zu ändern, wenn Österreich nicht den Ubahnslogan “zurückbleiben, bitte” endgültig zur Staatsräson machen will. Natürlich haben die Parteien daran kein Interesse. Dennoch: die heutige politische Bruchlinie zieht sich längst nicht mehr zwischen Arbeitern und Bürgerlichen, zwischen reich und arm – sondern zwischen Informationsverlierern und denen, die im Internet-Zeitalter angekommen sind. Diese beiden Seiten beäugen einander mit jenem unüberbrückbaren Unverständnis, das früher Arbeiter und Bürger trennte. Es wird Zeit, dass die Generation Online das Land regiert. Dann erledigt sich dieser Inseratennonsens von selbst. Fehlt nur noch eine Partei.

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