Immer noch underwhelmed

Ich habe wirklich versucht, ein braver Onlinebürger zu sein, aber ich bin gescheitert: entgegen dem Avantgarde-Mainstream der Hauruck-Revolutionsfreude bin ich immer noch voll nicht dafür, den Journalismus noch abhängiger von der Werbewirtschaft zu machen. Das ist aber leider, was online im wesentlichen passiert: statt Journalismus von pösen Zwischenhändlern zu befreien (RIP Music Labels) wird der Journalismus nach der derzeitigen Onlinemarktlogik noch fester an die Werbung verkauft. Einnahmengenerierende Klickhurerei und gesellschaftlich relevantes Reporting sind, hüstel, nur ganz selten das selbe.

Onlinejournalismus ist die einzige Zukunft für die Branche. Geschichten müssen online leben, sonst leben sie gar nicht. Aber wenn sich ausnahmslos alle Onlinemedien gezwungen sehen, einen Berichtwirbelsturm über das iPhone 5 (bis hin zum Liveticker, unglaublich eigentlich) loszulassen, um die inhaltlich irrelevanten Page Impressions abzugreifen, und gleichzeitig wichtige, aufwendige Geschichten sterben gehen, weil sie online verhungern, dann läuft was falsch. Sehr falsch.

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