Livetickerbuchkritik oder: Wie der Journalismus abgeschafft wird

Kinder, nennt mich humorlos, aber dass der Spiegel einen Liveticker zur Redakteurserstlektüre des neuen Rowling-Buches (http://m.spiegel.de/kultur/literatur/a-858087.html) macht, zeigt erschreckend, was im Onlinejournalismus falsch läuft: Die Diktatur der Page Impressions frisst nun auch die Literaturkritik, wo ohne Gelegenheit zum kontemplativen Urteil jedweder journalistische Mehrwert flöten geht. Ich prangere das an.

Grundlegende ökonomische Absurditäten des Onlinejournalismus sind immer noch ungelöste, aber wesentliche Fragen. Da hilft auch kein Schönreden: ein ökonomisch echtzeitüberwachtes Klickgeneratorfließband ist nicht die Art von Journalismus, die im Internet überbleiben darf.

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