IT ist eine Frage der Kultur

Computerspiele und Barrierefreiheit

Ein schöner Artikel über Zugänglichkeit von Games für blinde Menschen findet sich hier (via Martin)

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Ergebnis der Gedankensammlung: PR und die Social Networks

Die Diskussion bei OTSconnect gibt es hier nachzuhören.

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Gedankensammlung: PR und die Social Networks

Okay, morgen also diskutiere ich mit vielen jungen PR-Leuten im Radiokulturhaus zum Thema Social Networks – Fluch oder Segen für die PR?. Höchste Zeit, für eine Gedankensammlung mit Nine Inch Nails als Soundtrack (wer nicht weiß, warum: bitte hier gucken).

  • Das Wichtigste zuerst: Ja kein “Fashion Victim” von Online-Trends werden. Vor zwei Jahren hätten wir wohl diskutiert, ob Second Life Fluch oder Segen für PR ist, und das Resultat aus heutiger Sicht: Second Life ist irrelevant für PR. Genauso kann es mit Facebook, Twitter,Youtube und Co bald sein. Man sollte jedenfalls Trends rechtzeitig als tot erkennen. Aber nun zum Inhaltlichen:
  • Social Networks sind ein Fluch für langweilige PR und ein Segen für innovative PR. Wer glaubt, mit ungelenken und kaum verhohlenen Werbebotschaften und “Informationen” eine Marke propagieren zu können, hat schon verloren – da gehen die Filter beim Rezipienten sofort zu. Schöne Beispiele neben Trent Reznors Online-Puzzlespiel: Die Sommerkampagne der NBA auf Facebook. Während der basketballlosen Monate gab es einen ständigen Strom an Videos aus den Archiven im Facebook-Newsfeed, an die man sonst kaum herankommt – ein gefundenes Fressen für die Fans, und ein perfektes Mittel, Interesse aufrecht zu erhalten. Daraus lässt sich lernen:
  • Man muss den Rezipienten in einer Kampagne auf diesen Plattformen etwas geben, das sie wollen, und nicht krampfhaft versuchen, aktuelle Messages zu deponieren. Wer 95 Prozent der Zeit freihändig etwas hergibt, bringt dann 5 Prozent Botschaft viel leichter unter. Am Geschicktesten finde ich jene offiziellen Facebook-Feeds, die Links (ja, auch zur Konkurrenz), Infos zum Produktumfeld, Goodies – sprich: jene Sachen bieten, an denen der mögliche Rezipient wirklich interessiert ist. Ich als Kulturredakteur und als Privatperson friende ganz sicher kein Plattenlabel per se auf Facebook – aber wenn eine meiner Kontaktpersonen (=Pressebetreuer) aus den Labels sich dort mit der Situation des Tonträgerverkaufes, unbekannten Acts oder sonstigen Umgebungs-Informationen auseinandersetzt, dann les ich das gerne. Direkten Nutzen hat der Labelmensch von mir dann keinen, aber eine Aufmerksamkeit, die nicht entstehen würde, wenn ich den Eindruck habe, dass man mir was reinwürgen will.
  • PR-People haben mit gelungener Arbeit die Chance, uns Journalisten am falschen Fuß zu erwischen – im positiven Sinn. Facebook strebt nicht umsonst an, ein zum offenen Internet paralleles, semigeschlossenes Netz aufzubauen: Auf Facebook kommuniziere ich vorwiegend mit Leuten, die ich kenne und denen ich vertraue. Wenn die mir innerhalb dieses Trust Networks eine Info weiterschicken, dann gehe ich an die mit einer ungleich höheren Aufmerksamkeit heran als an die x-te Presseaussendungs-Email des Tages.
  • Wer es nicht schafft, sich online glaubwürdig zu bewegen, verliert mehr als er gewinnt. Pressetexte unverändert in Facebook “reinstellen” ist peinlich, genauso wie offensichtlich “dienstliche” Profile, die nur dazu dienen, immer wieder Marketing-Speak zu verbreiten. In den Social Networks muss PR vom Verbreiter persönlich gemeint sein. Die meisten Social Network-Benutzer bemerken die feinen Unterschiede zwischen einer Person und Kunstfiguren (Kampfposts bzw. Status-Änderungen nur zwischen 9.00 und 17.00 Uhr, und dann nach dem Motto: “Heute habe ich meinen Softdrink wieder wirklich genossen”) sofort.
  • Viel Unsicherheit begleitet den Kontrollverlust – Vorsicht, die Konsumenten können jetzt Kritik üben! Meine Meinung: Unternehmen machen sich endlos glaubwürdiger, wenn sie nicht Orwell imitieren. Propaganda-Blogs zu eigenen Produkten machen sich lächerlich und rufen scharfe Reaktionen von Auskennern hervor. Viel interessanter ist ein selbstkritischer und menschlicher Zugang – offensiv auf diverse Lapsi eingehen, die Diskussion suchen, versteckte Features/Aspekte/Ideen ans Licht holen, Kommunikation in beide Richtungen zulassen, auch schon in der Produktentwicklung. Niemand glaubt ernsthaft, das Produkt X die beste Erfindung seit geschnittenem Brot ist. Vielleicht wäre es an der Zeit, auch in der PR aufzuhören so zu tun, als ob es das wäre. Das ist die große Chance für soziale PR, und sollte nicht die große Angst sein.
  • PR-Leute sollten sich eigentlich freuen: Wenn sie eine gelungene virale Kampagne starten, machen die Rezipienten für die PR-Leute die ganze Arbeit. Ist doch super! Dass auf einen gezündeten PR-Virus wohl 1.000 kommen, die in den Weiten von Facebook und YouTube versickern, ist halt die andere Seite. Herkömmliche PR hat viel mit der Macht der Kanäle zu tun, über die sie verbreitet wird. Bei viraler PR dagegen müssen die Zuständigen lernen, diese Macht aus den Händen zu geben und sich dann am meisten zu freuen, wenn sich eine Kampagne so entwickelt, dass ihre Erschaffer keinen Einfluss mehr auf sie haben.
  • Und, leider: Online-PR funktioniert am besten, wenn sie nicht von PR-Leuten gemacht wird. Wer wirkliche Info will, ist etwa mit dem Blog des Chefentwicklers oder dem Twitter-Feed eines Bandmusikers besser bedient als mit den Marketingphrasen, die vom PR-Department abgesegnet und dann publiziert wurden.
  • In Österreich herrscht eine verheerende Ignoranz darüber, wie tiefgreifend das Online-Leben in den menschlichen Alltag eingegriffen hat. Die Ars Electronica will heuer sogar zeigen, dass die Vernetzung eine von mehreren grundlegenden Veränderungen der menschlichen Natur ist. Ob das stimmt oder nicht – jedenfalls: Es erstaunt mich zutiefst, wie wenig und wie ungeschickt diese neuen Orte von österreichischen Unternehmen genützt werden.
  • Natürlich sind Social Networks eine Infoquelle, weil dort, simpel, ein großer Aspekt des Lebens abgeht. Gute Journalisten entdecken überall dort die besten Geschichten, wo Menschen interagieren.
  • Wäre ich PR-Mensch, würde ich in den Social Networks vor allem eine Chance sehen: Spaß zu haben und innovativ zu sein. PR muss sich in diesem Umfeld neu erfinden. Meine persönliche Meinung: Vieles von dem vergessen, was man gelehrt bekommt. Selber überlegen, was wirklich die Rezipienten interessieren könnte – und was glaubwürdig ist. Alles andere weglassen.
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Das (verteilte) Wissen der Welt

Gerichtsakte, parlamentarisches Geschehen, Momentaufnahmen aus dem Privatleben: Immer mehr Daten entstehen nur noch digital. Und analoge Daten werden zunehmend digitalisiert (siehe Google Book Search und die Digitalisierungsbestrebungen der Bibliotheken). Ein Problem ist jedoch ungelöst – das der Langzeitarchivierung. So recht weiß keiner, wie die digitalen Daten aufbewahrt werden sollen (Festplatten geben allzu gerne den Geist auf, DVDs sind überhaupt nur ein paar Jahre haltbar etc).

Da kam mir doch bitte eine Idee: Was spricht dagegen, die Digitalisierungs-Daten öffentlicher Bibliotheken auf den PCs der Welt nach dem (lange bekannten) Prinzip der verteilten Datenspeicherung dezentral zu verteilen? So in einem peer-to-peer-Verfahren als kleine, verschlüsselte Dateneinheiten von ein, zwei Megabyte, die an und für sich keinen Sinn ergeben und nicht nutzbar sind (wegen Privacy- und Urheberrechts-Bedenken), aber zusammengefügt wieder zB das Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek ergeben.

Wenn von jeder dieser Dateneinheiten ein paar hundert idente Kopien auf verschiedenen Privatrechnern liegen, dann lässt sich sicher ausrechnen, wieviele derartige Kopien nötig sind, um einen Totalausfall statistisch ausreichend unwahrscheinlich machen. Wenn eine Kopie verschwindet (Platte kaputt etc), dann erstellt die zentrale Verwaltung der Daten eine neue Kopie auf einem anderen Rechner. So werden reduntante Kopien auf vielen, vielen Harddisks gespeichert, und diese Kopien migrieren auf immer wieder aktuellste Hardware, ohne dass die Bibliotheken ihr knappes Geld investieren müssen.

Ich glaube, die Computernutzer sehen dabei den gesellschaftlichen Mehrwert leicht ein, und stellen in ausreichender Zahl ein paar Megabyte auf der Platte zur Verfügung. Und jeder PC-Nutzer kann bestimmen, wieviel Speicherplatz er dem verteilten Wissen der Welt zugesteht.

Vielleicht wird das in den betreffenden Forscherkreisen eh schon angedacht, das weiß ich nicht. Als Idee find ich’s mal eigentlich ganz einleuchtend. Ein anderes Problem wird damit aber nicht gelöst: Wie diese Daten dann lesbar gehalten werden, sprich, wie die Daten selbst immer wieder für neuere Software-Versionen verständlich bleiben.

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Als ich jung war, gab es noch keine “Sims”

Da gab es das Little Computer People Art Project… Selbes Prinzip, Old-School-Grafik, und innovatives Interfaceverhalten: Denn wenn man die Texteingabe am oberen Bildschirm Rand mitliest, lässt sich nachvollziehen, dass der kleine Sch***kerl nur selten das gemacht hat, was man ihm aufgetragen hat. Sturer Hund. Aber wirklich unterhaltsam!

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Die gegenstandslose Welt und das dynamische Schweigen

Nein, mit Zitaten belegen kann ich es nicht, aber: Bei allen drei Konzerten der deutschen Band Kraftwerk, die ich bisher gesehen habe, fiel mir auf, dass die deutschen Herrschaften kräftig von Kasimir Malewitsch beeinflusst worden sind. Wer’s nicht kennt: Russe, hat Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen “Suprematismus” fantastische abstrakte Gemälde gemacht, die auf ungefähr eines hinauslaufen: Malewitsch wollte die Welt vom Ballast der Gegenständlichkeit befreien.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. In starker Anlehnung an Arthur Schopenhauer hat Malewitsch durch etwa sein “Schwarzes Quadrat” (eine Ikone der abstrakten Kunst) ausgedrückt, dass die gegenständliche Welt soundso nur Täuschung ist, und dass der Kern der Sache nicht über die Abbildung von einzelnen Gegenständen erreicht werden kann, sondern nur, wenn man aufhört, sich mit derartigen Blendwerken zu beschäftigen. Kurz gesagt: Wenn ich mir Menschen, Obstkörbe oder röhrende Hirsche anschauen will, brauch ich kein Bild betrachten. Die Wahrheit über die Welt finde ich darin jedenfalls nicht.

Also hat Malewitsch die Malerei für eine zeitlang bewusst darauf reduziert, mit der Grundform des Quadrats (gedreht wird daraus ein Kreis, halbiert ein Dreieck) zu arbeiten und reine emotionale Aussagekraft über die Relationen zwischen diesen gemalten Quadratformen auf der Leinwand empfindbar zu machen.

Was das mit IT und Kultur zu tun hat? Sehr viel.

Nicht nur den Bezug zu Kraftwerk, siehe oben. Auch nicht nur seine utopischen Architekturentwürfe von Städten, die nicht bewohnbar sein sollen, sondern Räumlichkeit empfindbar machen (vergleiche hier).

Sondern auch, dass analog zur “gegenstandslosen Welt”, die Malewitsch hinter der realen empfindbar machen will, sich aus dem unaufhörlich rauschenden Quasselstrom im Internet wohl auch eine hinter die Individualität blickende Essenz des Menschlichen destillieren ließe.

WTF?

Soll heißen: Online rauscht und rauscht und rauscht ein Monolog des Menschen mit sich selbst. Jeder glaubt, etwas wichtiges zu sagen zu haben. Und jeder glaubt, dass die meisten anderen nichts wichtiges zu sagen haben. Wenn man ehrlich ist, ergibt sich daraus: Mit guter Wahrscheinlichkeit hat so gut wie niemand von uns wirklich etwas zu sagen, das wichtig ist. Wichtig im Sinne, dass es niemand anderer genausogut sagen könnte.

Menschen sind Meinungsmixe, wobei das Konglomerat an Meinungen zwar durchaus individuell ist, die einzelnen Ansichten aber höchst austauschbar. Auch wenn wir unsere eigenen Meinungen noch so ernst nehmen und noch so vehement ins Netz hinausblasen: Wir sind Klischee. Für jedes a, das ich mag, gibt es Millionen andere, die das auch mögen, jedes b, das ich blöd finde, finden Millionen andere auch blöd.

Daher macht es wenig Sinn, diesen Meinungen im einzelnen zu vertrauen, oder auch nur aufmerksam zuzuhören.

Sondern es ist einen Versuch wert, das Wortgewusel zum inneren Online-Monolog des Menschen zu abstrahieren: Also aufzuhören, den Meinungen per se zuzuhören, sondern auf diesen universellen Dick Size War gleichsam von außen zu schauen. Und so aus diesem ständigen Absondern von Gegenpositionen herauszudestillieren, was die Menschen essentiell verbindet. Denn Meinung und Gegenmeinung, die Individuen heftig vertreten, heben einander ohnehin auf. Was bleibt aber hinter diesen Zufälligkeiten über?

Crowdsourcing goes Philosophy.

Als Meditationsübung empfehle ich ein Kunstprojekt, das ich vor Jahren auf der Ars Electronica kennengelernt habe und das mich nicht mehr losgelassen hat: Den “Listening Post”. Der klinkt sich in Chaträume ein und liest mit, was die Menschen über sich schreiben. Seien wir ehrlich: Das ist zumeist zum Speiben stupide, von “I’m a hot girl” über “I’m proud of not being British” bis “I’m still used to Windows”. Aber der “Listening Post” greift diese Zitate auf und macht daraus großes minimalistisches Kunst-Kino, er gibt diesem Rauschen eine Stimme. Anhören:

Die erste Erkenntnis daraus: Malewitsch sagt, wenn die Gegenständlichkeit überwunden ist, dann wird der ganze Erdball eingehüllt “in den Rhythmus der kosmischen Unendlichkeit eines dynamischen Schweigens.” Das täte gerade dem Internet oft gut.

Daher: Over and out.

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Ich hab einen E-Reader zur Matura bekommen

Nein, nicht zu meiner Matura. Aber egal:Ich freu mich! Endlich ein eigenes E-Book-Lesegerät. Gadget +1.

Da war auch der Preis ein Grund zur Freude. Wenn auch mehr für mich (bzw. die liebe Beschenkende :) als für Thalia. Denn dort wurde Anfang April mit großem Getöse der Verkauf von Sonys E-Reader “PRS-505″ gestartet – für heftige 299 Euro. Nicht einmal drei Monate später ist das Ding nun um ein Drittel (bzw. 100 Euro) billiger (zusätzlich zum Sommer-Aktionsverkaufspreis von 249 Euro gibt es auch einen 50 Euro Buchgutschein, de facto also gibt es das Gerät derzeit um 199 Euro).  Ein derartiger Nachlass ist dann doch eher ein untrügliches Zeichen, so lässt sich leicht spekulieren, dass sich das Ding nicht rasend gut verkauft. Mir egal – ich hab eines, und das freut mich. Erstes Leseobjekt: Cory Doctorows Little Brother.

Apropos Brother: Der große Bruder (ach wie passend zur Kindle-Geschichte) sieht in E-Books immer noch den direkten Weg in die Zensur. Daher eine kleine Replik:

Also die Amazon-Geschichte ist dermaßen großartig – Orwell hätte es nicht besser erfinden können. Die wird Amazon sicher auf Jahre hinaus vorgehalten, finde ich super!
Dass Amazon den Kindle so strikt unter Kontrolle hält, hat mit E-Books aber nix zu tun, und auch nix mit DRM, sondern mit Paranoia. Ein Gerät, auf das ich nichtmal meine eigenen Dateien kostenfrei spielen kann, ist kein Gerät, sondern ein Witz. Wer soetwas kauft, braucht sich über gar nichts wundern.

Trotzdem: Bedrucktes Papier ist nicht das selbe wie ein Buch, und ich kann immer noch nicht verstehen, warum Literatur der einzige Bereich sein soll, in dem man nicht stolz auf sein Gadget sein darf.

Und: Daran, dass es Rechte an geistigen Werken gibt, ist nicht zu rütteln. Geräte sollten offen sein, aber Künstler (und auch Nachrichtenersteller) sollten adäquat bezahlt werden. Sonst ist die ganze Propaganda über Informationsfreiheit bald Propaganda für die Freiheit (bzw. das Fehlen) von Information.

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Fremdschämen gibt’s gratis: Online-Content darf etwas kosten

Okay, okay, “fremdschämen” zu sagen ist auch schon lange wieder Grund für selbiges. Dennoch: Ein besseres Wort gibt es nicht für jenes Gefühl, das mich im immer skurriler werdenden Online-Diskurs um Gratisinhalte im Netz beschleicht.

Denn wenn man die beiderseitige Propaganda beiseite räumt, die in der Diskussion freihändig und mit peinlicher Selbstgerechtigkeit versprüht wird, bleibt eine Frage für mich völlig ungeklärt (und auch eigentlich auffällig unbeachtet): Was denn eigentlich so schlimm daran ist, für Information zu zahlen?

5 Dollar im Monat – das ist jener Betrag, den die New York Times laut Bloomberg offenbar als Gebühr für ihren Online-Auftritt einführen will. Und schon geht das Geheule wieder los, das sich um freien Informationsfluss, Zensur und ähnliche Schlagworte wickelt, die durch die unreflektierte Anwendung nicht eben an Gewicht gewinnen.

Doch halt, Überraschung: Wenn man genau hinsieht, gibt es auch eine Staunen machend große Anzahl an Blogs, die der Idee der New York Times zustimmen. Auch von mir gibt es völlige Zustimmung zu den Plänen der Zeitung – und darüber hinaus auch zum NiemanJournalismLab, das (mit vielen anderen Webites, die einen wortidenten Text veröffentlichen) die richtige Forderung aufwirft: Der Zugang sollte nicht gratis und nicht billiger, sondern teurer sein als 5 Dollar. Denn das ist absurd wenig.

5 Dollar gibt man für einen Kaffee bei einer US-Kette aus, für ein Zehntel eines Autotanks, ein Burger-Menü oder auch ein Packerl Tschick (glaub ich zumindest, bin rauchfrei). Aber wenige sind bereit, das im Monat (!) in die eigene Sicht der Welt zu investieren – immerhin das, was einen als Mensch, Weltbürger, Nicht-Vollidiot auszeichnet.

Und nein, wenn Information kostenpflichtig ist, hat das nichts mit Zensur zu tun. Zensur macht es unmöglich, an gewisse Informationen heranzukommen, Informationsfreiheit ist im Gegenteil dazu das Recht, sich jede Information zu holen. Aber mit Kosten hat das nichts zu tun, ganz im Gegenteil: Zensur hat geschichtlich immer mehr jene Informationsquellen (Zeitungen, Verlage) getroffen, die ihre Produkte gegen Geld weitergegeben haben. It goes to show: Dort kommt auch die wirklich wertvolle Info her, und nicht aus der Gerüchteküche.

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Die Menschmaschine spricht

Wie lange schon Technologie und Pop-Kultur ganz wunderbare Schnittstellen haben, dafür steht exemplarisch natürlich die deutsche Band Kraftwerk: Da trifft sich Popmusik, technophile Ästhetik und viel Hirnschmalz.  Und noch dazu verweigern sie jede Bewegung auf der Bühne, wofür alleine man sie schon lieben muss (sollte man zumindest glauben). Umso netter, wenn es dann wieder einmal neue Wortspenden gibt. Für Interessierte und solche, die es noch werden wollen: Frische Interviews im Guardian und im Telegraph. Schade, dass meine Interviewanfrage für’s Urban Art Forms nicht gefruchtet hat…

Und wer nicht weiß, was ihn an Kraftwerk interessieren sollte, der findet viel interessante Info genau hier.

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Vielfalt statt Einfalt: Differenzierte Mediensicht auf die EU

Für alle die, die trotz EU-Wahlkampf nicht glauben, dass die EU an allem schuld ist, die keine Sündenböcke in Brüssel brauchen, um lokale Probleme ignorieren zu können, die kein einfältiger Hass auf den Rest von Europa treibt, die keine Minderwertigkeits-Komplexe haben, weil nicht die ganze Welt nach Österreichs Pfeife tanzt, und die mit der Komplexität eines vielfältigen Europas umgehen können: “Presseurop” versammelt Artikel von Zeitungen aus fast der ganzen EU, übersetzt diese und zeichnet so ein differenziertes Bild Europas.

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