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Flatrate für jede Art von Content

Viele Diskussionen auf der Musikmesse MIDEM in Cannes drehten sich um Finanzierung von Musik – von der Flatrate bis zu neuen, lukrativen Zugeständnissen an das Interesse der Fans, sich ihrem Star zu nähern.

Was fehlt? Das Bewusstsein, dass es in der Diskussion um Gratis-Online-Content und dessen künftiger Finanzierung nicht darum geht, eine Musiksuppe, eine News-Suppe, eine TV-Suppe zu kochen. Sondern dass immer klarer wird: Es wird nichts an einer möglichst verteilungsgerechten Pauschale für allen Online-Content herumführen.

Es geht nicht mehr darum, dem Musikbusiness Einnahmen zu verschaffen. Sondern ein altes System in eine zeitgemäße neue Form umzuwandeln.

Ich glaube: Man kann und sollte die Ergebnisse von qualitativem Journalismus, teuer produzierter Unterhaltung (Hollywood, HBO etc) und Popkultur frei kopierbar und zugänglich machen. Aber man sollte erkennen, dass dies für die Gesamtgesellschaft unbedingt notwendige Elemente sind. Und daher sollten alle gemeinsam sich finanziell beteiligen. Die Werbung darf ruhig bei massentauglichen weiter mitfinanzieren.

Riecht nach Steuer? Stimmt. Aber wenn ich schon Steuern für Bundesheer, sinnlose Straßentunnel, Pimperl-Fachhochschul-Studiengänge und viele andere Dinge, von denen ich nie irgendeinen Nutzen haben werde, zahle, dann wüsste ich lieber, dass mein Geld in gescheite Dinge investiert wird.

Nur: Es darf auf keinen Fall direkt der Staat sein, über den ein pauschal funktionierendes Content-Bezahlsystem läuft. Was wäre etwa mit einem System a la Last.fm – anonymisierte Daten der Mediennutzung, die auf möglichst vielen Computern erhoben werden und zu einem möglichst genauem Bild führen, welche Songs gehört, welche News-Items gelesen werden? Und dann anteilige Verteilung von zwei Dritteln des pauschal eingenommenen Geldes (auf Leermedien, Sat-Schüsseln, Internetzugänge, Radios, Fernseher) nach diesen Kriterien. Der Rest wird in Erstellungsförderungen (Fonds für junge Musiker, Journalistenausbildung, Preise, Stipendien) investiert.

Dem widersprechen: Datenschutzbedenken.