Gedankensammlung

Gedankensammlung 1: Wie IT-Berichterstattung ist, was fehlt und wie sie nicht sein sollte

Also, drauf los: Das stört mich an der IT-Berichterstattung, wie sie derzeit ist, bzw. fehlt mir in den Massen-Medien. Denn genau die sind es, die sich mit dem kulturellen Phänomen IT auseinandersetzen sollen – denn das geht vor allem die Durchschnittsleser an. Was sich hingegen in der derzeitigen IT-Berichterstattung wiederfindet und meiner Meinung nach falsche Ansätze sind, markiere ich durch Durchstreichen.

  • Produkttests: Ja, das ist einfach und schnell zu schreiben, und jeder bekommt gerne Geschenke, aber nein: IT-Berichterstattung braucht mehr Tiefgang, mehr Feuilleton, mehr kritischen Geist, mehr Reflexion über Inhalte und kulturelle Veränderungen. Produkttests haben Service-Charakter und müssen hin und wieder sein. IT-Berichterstattung ist das noch lange nicht, so wie Plasma-TV-Tests keine Medienberichterstattung sind.
  • Spiele-Kritiken, die den Namen verdienen: Computergames sind Popkultur und sollen auch so behandelt werden – als kulturelles Phänomen, als narratives Medium, das Geschichten erzählt, als Nachfolger des Films. Es fehlt an Kritikern, die mehr können als fps zählen, die wissen, wie man Text und Story kritisiert, was für eine Rolle die optische Umsetzung wirklich spielt, wo die anspruchsvollen Nischenprodukte sind, die die Games aus der Klischee-Ecke holen.
  • Mitdenken und mitleben: IT verändert das kulturelle Umfeld. Wer nicht der Generation zuhören kann, die diese Veränderungen lebt, ist genauso am falschen Weg wie der Popkritiker, der musikalisch in den 80er Jahren hängen geblieben ist. IT-Berichterstatter müssen das technische Basisverständnis haben, um unter die bunten Oberflächen zu schauen, und eine kulturelle Bildung, um neue Zusammenhänge zu verstehen und aufzeigen zu können.
  • IT ist ein Lebensstil: Man muss nicht mehr Geek sein, nicht mehr männlich und Single, um mit Technologie zu leben. Ja, es gibt die rosa Ipods und Laptops als Mode-Accessoires, und ja, viele junge Leute, die ein durchaus erfülltes Privatleben haben, tummeln sich auch auf den bekannten Webseiten, ohne deshalb gleich Stubenhocker oder Außenseiter zu sein. Das ist alles längst ein Massenphänomen wie Fernsehen und Kino. Und ja, das ist alles eine kulturelle Veränderung.