Kindle

Ich hab einen E-Reader zur Matura bekommen

Nein, nicht zu meiner Matura. Aber egal:Ich freu mich! Endlich ein eigenes E-Book-Lesegerät. Gadget +1.

Da war auch der Preis ein Grund zur Freude. Wenn auch mehr für mich (bzw. die liebe Beschenkende :) als für Thalia. Denn dort wurde Anfang April mit großem Getöse der Verkauf von Sonys E-Reader “PRS-505” gestartet – für heftige 299 Euro. Nicht einmal drei Monate später ist das Ding nun um ein Drittel (bzw. 100 Euro) billiger (zusätzlich zum Sommer-Aktionsverkaufspreis von 249 Euro gibt es auch einen 50 Euro Buchgutschein, de facto also gibt es das Gerät derzeit um 199 Euro).  Ein derartiger Nachlass ist dann doch eher ein untrügliches Zeichen, so lässt sich leicht spekulieren, dass sich das Ding nicht rasend gut verkauft. Mir egal – ich hab eines, und das freut mich. Erstes Leseobjekt: Cory Doctorows Little Brother.

Apropos Brother: Der große Bruder (ach wie passend zur Kindle-Geschichte) sieht in E-Books immer noch den direkten Weg in die Zensur. Daher eine kleine Replik:

Also die Amazon-Geschichte ist dermaßen großartig – Orwell hätte es nicht besser erfinden können. Die wird Amazon sicher auf Jahre hinaus vorgehalten, finde ich super!
Dass Amazon den Kindle so strikt unter Kontrolle hält, hat mit E-Books aber nix zu tun, und auch nix mit DRM, sondern mit Paranoia. Ein Gerät, auf das ich nichtmal meine eigenen Dateien kostenfrei spielen kann, ist kein Gerät, sondern ein Witz. Wer soetwas kauft, braucht sich über gar nichts wundern.

Trotzdem: Bedrucktes Papier ist nicht das selbe wie ein Buch, und ich kann immer noch nicht verstehen, warum Literatur der einzige Bereich sein soll, in dem man nicht stolz auf sein Gadget sein darf.

Und: Daran, dass es Rechte an geistigen Werken gibt, ist nicht zu rütteln. Geräte sollten offen sein, aber Künstler (und auch Nachrichtenersteller) sollten adäquat bezahlt werden. Sonst ist die ganze Propaganda über Informationsfreiheit bald Propaganda für die Freiheit (bzw. das Fehlen) von Information.